Die Sicherheit: Was gebe ich preis?

5. Januar 2010

Anmelden kann man sich bei Facebook mit einigen wenigen Daten – Name, Alter, Geschlecht, e-Mail-Adresse. Wobei aus Datenschutzgründen niemand nachprüft, ob das WIRKLICH mein richtiger Name ist, ob ich vielleicht beim Alter ein wenig mogele oder mich aus unerfindlichen Gründen als Mann ausgebe.

Selbstverständlich ist es nicht so gedacht, dass man sich mit Phantasienamen oder gar dem Namen seines Intimfeindes auf Facebook bewegt. Aber reinkommen würde man erstmal.

Ist man einmal in die Gemeinschaft aufgenommen, dann kann man allerdings viele weitere Angaben machen – und es wäre naiv zu glauben, dass Facebook diese Angaben nicht nutzt. Denn für die personalisierte Werbung, die das System mir auf „meine“ Seite stellt, ist es sehr hilfreich zu wissen, in welcher Stadt ich wohne, was ich studiert habe oder über welches Netz mein Handy funkt. Und auch mein Beziehungsstatus – Single / in einer Beziehung / verlobt / verheiratet / es ist kompliziert / in einer offenen Beziehung / verwitwet – ist sicher nicht nur für potenzielle Flirtpartner interessant.

Doch man kann alle diese Fragen offenlassen, und das tu ich auch: Wozu soll ich angeben, dass ich verheiratet bin? Meine Freunde wissen das sowieso. Und mein Lieblingsbuch, Lieblingsfilm, Aktivitäten und Interessen – worüber soll ich mich dann auf der Plattform noch unterhalten, wenn schon alles gesagt ist?

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Oh, ihr seid schon da?

30. Dezember 2009

Los geht’s: Ich will bei Facebook mitmischen. Dafür braucht es zunächst nicht viel. Unter der Adresse http://www.facebook.com gebe ich meinen Namen an, meine e-Mail-Adresse, mein Geschlecht und mein Geburtsdatum. Denke mir zur Beruhigung, dass Facebook mit diesen spärlichen Angaben nichts Böses anfangen kann.

Aber – Überraschung: Die Seite, die sich dann öffnet, lässt mich genau daran zweifeln. Da sehe ich die Fotos von zwei jungen Männern, und Facebook äußert seine Vermutung, dass ich diese beiden Prachtexemplare vielleicht kennen könnte. Dem ist in der Tat so – aber WOHER WEISS DER DAS?

Ich bin hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und leichtem Grusel. Andererseits: Ist ja auch schön, dass hier schon zwei Leute sind, die ich kenne. Wo doch sonst alles so fremd ist, die Sprache zum Beispiel. Tage später soll ich feststellen, dass es ganz einfach ist, sich Facebook auf Deutsch anzeigen zu lassen: Ganz unten auf der Seite steht klitzeklein das Wort „English“. Ein Klick darauf, und es öffnet sich eine schier unglaubliche Auswahl an Sprachen. Und Sekunden später werden auf meiner Facebook-Seite aus dem Live-Feed die Live-Meldungen, und aus „Share with your friends“ wird „Teile Inhalte mit deinen Freunden“. Na, dann will ich das doch mal tun. Zwei hab ich ja schon.