Ich bin gegen dem Atom und so

Politisch sein ist so einfach, seit es Facebook gibt. Zum Beispiel die Atomkraft-Debatte, wieder angeheizt durch die schrecklichen Ereignisse in Japan: Während es im echten Leben ein bisschen Überwindung kostet, einen „Atomkraft? Nein Danke!“-Button an der Jacke zu tragen (zumal für Journalisten, denn wir fühlen uns ja der Neutralität verpflichtet), fällt es in Facebook viel leichter. Ist ja irgendwie privat, denkt man sich so. Was absurd ist, denn was ist öffentlicher als das Internet?

Aber Facebook verleitet ja sowieso immer wieder zu schizophrenem Verhalten: Man macht Leute zu seinen Freunden, die man kaum kennt oder kaum mag, man schreibt Dinge, die man bestimmt nicht einem Fremden im Bus erzählen würde, und man sitzt morgens, mittags und abends vor dem Rechner, obwohl man seinen Kindern predigt, dass frische Luft gesund und toll ist.

Doch Schizophrenie hin und her, ich habe es trotzdem getan – besser ein virtuelles Bekenntnis, als gar keines. Also habe auch ich meinem Profilbild einen Anti-Atomkraft-Button verpasst mit dem Link http://www.facebook.com/apps/application.php?id=127528613970751 Und schon fühle ich mich vorbildlich politisch aktiv, ohne auch nur ein einziges Mal von meinem Stuhl aufstehen zu müssen. Irgendwie bedenklich, oder?

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