Arbeitest du auch in der Werbung?

15. September 2011

Hat einer von euren Freunden auch etwas in der Art gepostet: „Achtung!!! Ab Freitag startet Facebook damit, die persönlichen Fotos in Werbeanzeigen zu nutzen. Das ist „legal“ und kann im Kleingedruckten nachgelesen werden. Um dies zu verhindern: Geht auf KONTO – KONTOEINSTELLUNGEN, dann auf den Tab „WERBEANZEIGEN“ oben links klicken, NIEMAND angeben und speichern. Bitte weiterposten!!!„?

Ich habe das mal überprüft. Also erstens kursiert dieser Post, inklusive der Formulierung „ab Freitag“, bereits seit März. Mindestens. Zweitens hat Facebook bislang noch nicht angefangen, persönliche Fotos für Werbeanzeigen zu nutzen.

ABER: Drittens: Facebook behält sich vor, das irgendwann einmal zu tun. Und die Nutzungsbedingungen, denen wir Facebook-Nutzer allesamt zugestimmt haben, geben das auch her. Vielleicht möchten wir aber trotzdem nicht unentgeltlich in der Werbebranche arbeiten, könnte ja sein. Für diesen Fall gibt es die Möglichkeit, sich abzusichern und „vorsichtshalber“ schonmal einen Riegel vor das ehrenamtliche Werbe-Engagement zu schieben:

Wir klicken oben rechts auf „Konto“, dann auf „Kontoeinstellungen“. Dort gibt es im oberen linken Bereich die Option „Facebook-Werbeanzeigen“, auf die wir ebenfalls klicken.

Es öffnet sich ein längerer Text im rechten Bereich, der uns beruhigen soll, dass Facebook nichts Böses mit uns vorhat. Wenn wir trotzdem nicht werben wollen, klicken wir im Text auf den blau unterlegten Link „Einstellungen für Werbeanzeigen von Drittanbietern bearbeiten“. Dann wählen wir bei „Falls wir das in Zukunft zulassen sollten…“ die Option „Niemand“ aus. Fertig.


Nee klar, mir geht’s super

25. Juli 2011

Facebook ist sicher kein Ersatz für normale Mensch-zu-Mensch-Kommunikation, es ist aber eine nette Ergänzung. So pflege ich meinen Verwandten-und-Bekannten den Wind aus den Segeln zu nehmen, wenn sie Facebook (ohne es zu kennen, versteht sich) ablehnen mit Verweis auf ihre „echten“ Freundschaften und „echten“ Unterhaltungen, aufgrund derer sie Facebook nicht bräuchten.

Doch auch Facebook-Nutzer haben im echten Leben echte Freunde. Für Treffen mit ihnen ist das Freundebuch kein Ersatz, sondern eine Ergänzung. Auf eine der emotionalen Schwächen dieser Ergänzung wies mich unlängst eine (Facebook-)Freundin hin: Facebook ist nett, wenn es einem gut geht. Wenn man lustige Sachen erlebt, sich vielleicht mal über was ärgert oder ein bisschen lästern will. Wenn man allerdings traurig ist, Sorgen hat und sich richtig schlecht fühlt: Vergiss Facebook.

Niemand von meinen Freunden käme auf die Idee, Dinge zu posten wie „Habe seit zwei Wochen nicht geschlafen vor Sorge“. Keiner würde posten: „XY ist hier: Intensivstation“. Oder „Frage in die Runde: Wer kennt einen guten Psychotherapeuten?“ Ich würde das auch nicht tun, bestimmt nicht. Facebook-Statusmeldungen sind eher was für die heiteren Stunden.

Aber mindert das den Wert von Facebook? Auch im echten Leben erzählt man nicht JEDEM Freund solche Dinge. Und im überfüllten Bus, mit dem man das Internet gut vergleichen kann, schon gar nicht. Also: Suchst du Trost, meide Status-Updates. Schreibe Nachrichten. Oder suche die „echte“ Unterhaltung.


Und wenn ich nun nicht chatten will??

22. Juli 2011

Wie man die Chatbox unten rechts ausschaltet, das habe ich ja schonmal erklärt. Doch vor einigen Tagen chattet mich tatsächlich einer von meinen Freunden an, obwohl ich den Chat ganz sicher und bereits vor langer Zeit ausgestellt hatte! Des Rätsels Lösung sind wie immer Facebooks Bemühungen, die sture Verweigerungshaltung des Users zu umgehen. Also, Facebook hat ein bisschen was geändert an der Funktionsweise des Chats, und – Zack – sind wir alle wieder als „online“ zu sehen, auch wenn wir uns mit gutem Grund „offline“ gestellt hatten (offline stellen, klingt wie tot stellen und ist auch ganz ähnlich zu verstehen).

Gut, wir verweigern also weiterhin, was Facebook uns anbietet: Auf das kleine Zahnrädchen-Symbol in der Chatbox klicken, es erscheint ein Fenster, in dem unter anderem die Option „Zum Chatten verfügbar“ zu sehen ist. Da klicken wir einmal drauf, damit das grüne Häkchen verschwindet. Schon sind wir wieder genau das, was wir uns gewünscht haben: NICHT zum Chatten verfügbar.


Ich bin gegen dem Atom und so

17. März 2011

Politisch sein ist so einfach, seit es Facebook gibt. Zum Beispiel die Atomkraft-Debatte, wieder angeheizt durch die schrecklichen Ereignisse in Japan: Während es im echten Leben ein bisschen Überwindung kostet, einen „Atomkraft? Nein Danke!“-Button an der Jacke zu tragen (zumal für Journalisten, denn wir fühlen uns ja der Neutralität verpflichtet), fällt es in Facebook viel leichter. Ist ja irgendwie privat, denkt man sich so. Was absurd ist, denn was ist öffentlicher als das Internet?

Aber Facebook verleitet ja sowieso immer wieder zu schizophrenem Verhalten: Man macht Leute zu seinen Freunden, die man kaum kennt oder kaum mag, man schreibt Dinge, die man bestimmt nicht einem Fremden im Bus erzählen würde, und man sitzt morgens, mittags und abends vor dem Rechner, obwohl man seinen Kindern predigt, dass frische Luft gesund und toll ist.

Doch Schizophrenie hin und her, ich habe es trotzdem getan – besser ein virtuelles Bekenntnis, als gar keines. Also habe auch ich meinem Profilbild einen Anti-Atomkraft-Button verpasst mit dem Link http://www.facebook.com/apps/application.php?id=127528613970751 Und schon fühle ich mich vorbildlich politisch aktiv, ohne auch nur ein einziges Mal von meinem Stuhl aufstehen zu müssen. Irgendwie bedenklich, oder?


In der Schaffenskrise

10. März 2011

Kaum habe ich mir vorgenommen, jede Woche einen Post zu schreiben, schon fällt mir nix mehr ein. Ich kann mit diesem öffentlichen Druck nicht kreativ sein, fürchte ich. Zur Auflockerung entringe ich meinem gehemmten Hirn ein Gedicht:

Die Redakteurin sitzt am Tisch
und fühlt sich weder fit noch frisch.
Denn ihr Gehirn ist öd und leer,
da hilft ihr auch kein Facebook mehr.

Ach, ich gebe ein jammervolles Bild ab. Ich brauche eure Themenvorschläge. Sonst gibt es hier bald wieder ein Gedicht, und das wollen wir doch alle nicht. Was sich schon wieder reimt. Beängstigend.


Quatsch mich nicht an

3. März 2011

Die Chatbox unten rechts fand ich zu meinen Facebook-Anfangszeiten ganz toll. Sie zeigte mir an, wer von meinen Freunden gerade online war. Und manchmal poppte sie auch plötzlich auf und begann mit mir zu sprechen. Naja, nicht direkt die Box, aber jemand von meinen Freunden, der auch gerade online war. Da ergaben sich tolle Gespräche mit lustigen Wendungen und ungeahnten Erkenntnissen. Das war Stufe 1.

Stufe 2 war, als die Chatbox anfing, mich ein bisschen zu nerven. Kaum war ich mal für zwei Minuten online, um kurz zu gucken, was so los ist, schon wurde ich angechattet, und leider nicht immer von denjenigen, mit denen ich gerade ein Schwätzchen halten wollte. Nachdem mich das eine ganze Weile so begleitet hatte und ich langsam tolle Strategien für das Beenden ungewünschter Online-Unterhaltungen entwickelt hatte, begann ich Stufe 3 herbeizusehnen: die schweigende Chatbox. Wie so viele Dinge auf Facebook lässt sie sich einrichten, wenn man nur weiß wie.

Stufe 3: Chatbox offline stellen
. So geht’s: Am oberen Rand der Chatbox gibt es die Wörter „Freundeslisten“ und „Optionen“. Klicke ich auf „Optionen“, bietet mir das Menü, das dann aufklappt, verschiedene Möglichkeiten an. Die oberste heißt „Offline gehen“. Klicke ich darauf, dann kann mich keiner mehr anchatten. Ich kann allerdings auch nicht mehr sehen, wer gerade online ist. Genau wie andersherum: Meine Freunde wissen jetzt nicht mehr auf einen Blick, ob ich gerade in Facebook bin. Wie schön.


Post a Week: ein guter Vorsatz

24. Februar 2011

Ich muss hier eine kurze Erklärung in eigener Sache einschieben, der guten Ordnung halber. Also, „Post a Week“, das ist so eine Art guter Vorsatz bei Word Press (dem Blogging-Portal, auf dem ich mich seit über einem Jahr zum Thema Facebook auslassen darf). Guter Vorsatz ist jetzt mein ungeholfener Übersetzungsversuch von „Challenge“, wie es im Original heißt. Ist halt eine amerikanische Software.

Challenge, das kennen wir ja von Heidi Klums hoffnungsvollen Topmodels. Man könnte auch sagen: Aufgabe, Wettbewerb oder Kampfansage. Also, es geht in diesem Falle nicht darum, in einem Brautkleid durch den Ärmelkanal zu schwimmen und dabei cool und sexy auszusehen. Sondern darum, mindestens einmal pro Woche einen Blog-Beitrag zu schreiben. Und damit man das auch wirklich tut, meldet man sich bei der „Challenge“ an und teilt allen Menschen mit, dass man dabei ist. Das erhöht den sozialen Druck und damit die Erfolgsaussichten ;-)

Also, liebe Leute: Ich schreibe hier jetzt jede Woche was zum Thema Facebook. Das ganze Jahr lang. Damit ich das auch wirklich schaffe, brauche ich euch: Schreibt mir Kommentare, liefert mir Anregungen, stellt mir Fragen! Damit es nicht am Ende des Jahres heißt: Challenge vergeigt, für dich habe ich heute kein Foto…


Das ist doch kein Umgang für dich

17. Februar 2011

Das Leben ist Veränderung. Facebook erst recht. Das Neueste: Ich (und ihr auch, liebe Facebookisten!) bekomme jetzt nur noch Statusmeldungen von denjenigen unter meinen Freunden angezeigt, „mit denen ich am meisten interagiere“, wie Facebook das nennt. Sprich: Die weniger Mitteilsamen unter meinen Bekannten – diejenigen, die selten was schreiben, nie kommentieren und auch sonst eher zurückhaltend sind – die fallen raus. Falls sie doch mal was schreiben (und das kommt ja auch bei stillen Wassern gelegentlich vor) wird Facebook es mir nicht zeigen. Denn ich interagiere ja so selten mit ihnen.

Ich bin mir nicht sicher, warum Facebook das mit uns tut. Sollen wir zu nervigen Plaudertaschen erzogen werden, die stets und ständig mit allem und jedem „interagieren“, nur um nicht den Kontakt zu verlieren? Zum Glück gibt es einen Ausweg aus dieser Vereinsamungsfalle: Wenn ich auf meiner Startseite ganz nach unten scrolle, dann sehe ich da in der rechten Ecke des grauen Balkens die blaue Schrift „Optionen bearbeiten“. Darauf muss ich klicken. Leider muss man hier verteufelt schnell sein. Denn die Seite lädt sich ständig neu, wenn das untere Ende erreicht ist. So bleibt das Ende nie lange das Ende, und das Klickfeld verschwindet immer wieder nach Noch-weiter-unten. Aber irgendwann schaffe ich es dann, auf „Optionen bearbeiten“ zu klicken. Dann öffnet sich das Fenster „Bearbeite deine Newsfeed-Einstellungen“, und dort muss ich die Einstellung bei „Zeige Beiträge von:“ ändern in „allen deinen Freunden und Seiten“. Noch ein Klick auf „Speichern“. Schon hat die Newsfeed-Diät ein Ende.

P.S.: Für Leute wie uns Online-Journalisten ist diese Änderung übrigens besonders unschön. Denn die wenigsten „Fans“ unserer OP-Seite kommentieren ja, was wir dort schreiben. Damit fallen wir automatisch in die Kategorie der Seiten, mit denen sie nicht oft genug interagieren – und wir können sie nicht mehr auf dem Laufenden halten. Also: Wollt ihr wissen, was in Marburg-Biedenkopf los ist, dann ändert diese Einstellung. Ihr wisst schon, am Ende der Seite…


Facebook weiß, wie’s mir geht

26. Januar 2011

Ich mag ja die Wise Guys sowieso. Ich bin überzeugt davon, dass Deutschland die nächste Pisa-Studie gewinnen würde, wenn alle achten Klassen statt Shakespeares „Hamlet“ den gleichnamigen Song des A-Capella-Quintetts im Deutschunterricht durchnehmen würden. Aber was mich zurzeit erfreut, ist – sonst wäre es ja in diesem Blog völlig fehl am Platze – das Lied mit dem schönen Titel „Facebook“. Es bringt diese Mischung aus Faszination und Abscheu toll rüber, die auch ich dem Ganzen entgegenbringe. So nach dem Motto: Facebook ist albern und überflüssig, aber ich mache trotzdem begeistert mit. Oder, wie eine mir nahestehende Person männlichen Geschlechts sagte, nachdem ich ihr begeistert das Video gezeigt hatte: „Das ist lustig. Aber was lernst du draus?“ Naja, nichts halt.


Du bist ein Gesicht

17. Dezember 2010

Das haben wir doch bestimmt alle schonmal gemacht: unseren eigenen Namen gegoogelt. Das Ergebnis schmeichelt der eigenen Eitelkeit, weil es das Gefühl einer gewissen Berühmtheit suggeriert. Auch wenn die sich nur aus Internet-Aktivitäten speisen sollte, die von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt blieben. Facebook kommt nun unserer Eitelkeit entgegen: Bald können wir nicht nur nach unserem Namen suchen, sondern auch nach unserem Gesicht – zumindest in den Weiten der Facebook-Welt.

Bislang nur in den USA führt Facebook eine automatische Gesichtserkennung ein, die dem Nutzer beim Hochladen von Bildern Vorschläge macht, wer auf diesen Bildern zu sehen ist. Stimmt man diesen Vorschlägen zu, dann werden die Bilder mit den entsprechenden Namen verschlagwortet oder, wie wir Internet-Logopathen sagen, „getaggt“. Beim Erkennen und Vorschlagen greift die Anwendung auf Personen zu, die sie schon kennt. Das sollen ausschließlich Facebook-Freunde des entsprechenden Nutzers sein, beteuert Facebook. Und sie müssen einverstanden sein: Wer nicht verschlagwortet werden will, kann diese Funktion in seinen Datenschutz-Einstellungen deaktivieren.

Und was halten wir davon? Datenschützer finden das Ganze problematisch. Ich auch. Wie so oft ist die Faszination des Machbaren groß. Aber der Grusel vor dem, was man damit anfangen könnte, wenn man vielleicht kein netter Mensch ist, auch. Denn technisch möglich wäre es theoretisch auch, die Anwendung auf ALLE Gesichter zugreifen zu lassen, die in Facebook jemals verschlagwortet wurden. Und wer garantiert mir eigentlich, dass niemand im Hintergrund genau das tut?


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